Werner Stucky

Galerie


Casa del portico
6802 Rivera
(Tessin) SCHWEIZ
Tel.: 0041 91 946 12 82 / Fax: 0041 91 946 18 01
E-Mail: jhuegin@cantinestuckyhuegin.ch
Internet: www.cantinestuckyhuegin.ch


Besitzer: Werner Stucky
Rebenfläche total: 3,4 ha
Rebenbestand rot: Merlot und Cabernet Sauvignon
Rebenbestand weiss: Sauvignon Blanc

Rotweine

Tracce di Sassi, Vino da tavola della Svizzera italiana

Traubensorte: 100% Merlot
Alter der Rebstöcke: Angepflanzt um 1965
Anbaugebiet: Gemeinde Gudo
Lage: Casa Cima
Ausbau: 12 Monate in bis zu 50% neuen Barriques, Rest in einmal gebrauchten
*****

Conte di Luna, Vino da tavola della Svizzera

Traubensorten: 50% Merlot und 50% Cabernet Sauvignon
Anbaugebiet: Gemeinde Agarone
Ausbau: bis zu 18 Monate in neuen Barriques
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Weisswein

Temenos, Vino da tavola della Svizzera italiana

Traubensatz: Sauvignon Blanc

Der Deutschschweizer Werner Stucky, liess sich nach seiner Obstbauerlehre in der Weinschule von Wädenswil von W. Eggenberger während drei Jahren, zum Landwirtschafts-Ingenieur ausbilden. Bei der Firma Volg erfuhr er, wie die Massenproduktion von Wein in der Schweiz gehandhabt wird. „Dort wurde an einem Tag alleine die Traubenmenge eingebracht, die ich auf meinem Gut im ganzen Jahr produziere“, erzählt er. Bei Volg merkte er bald, dass so kein Qualitätswein entstehen kann und machte sich 1981 im Tessin selbständig. Von diesem ersten Jahrgang, produzierte Werner Stucky ca. 3‘000 Flaschen. Zuerst trugen die Weine den Namen del Portico und Riserva. Der Riserva mit dem lustigen Raben, der die Trauben stiehlt und der del Portico, mit der Zeichnung des Durchganges zu Stucky’s Haus. 1987 kam der erste Conte die Luna auf den Markt, der dem Werner Stucky dann den Rum und dem Tessin den Beweis lieferte, dass hier wirklich grosse Weine entstehen und produziert werden können. 1990 wollte Stucky nichts mehr vom Raben wissen und nannte den Riserva mit neuem Etikett, von da an nach seinem Weinberg, Casa Cima. Heute gibt es bei Stucky auch den Casa Cima nur noch als Rebberg, dieser Wein heisst heute Tracce di Sassi. 1989 gelang dem Werner Stucky, von mir aus gesehen bis heute, mit dem Conte di Luna der beste Wein. Auch die zwei folgenden Jahre 90 und 91, waren von beachtlicher Qualität. Dann kamen die biblisch schlechten Zeiten, die ihren Höhepunkt wohl mit dem verregneten 1992 begannen. Die neueren Weine sind anders, sie sind leichter und werden mehr vom Holz- und Karamell-Aromen beherrscht. Irgendwann in den 90er Jahren entschloss sich Stucky, auch keinen del Portico mehr zu produzieren und lies alle seine INOX Tanks, aus seinem Keller entfernen. Der anfangs der 90er Jahre hinzugekommene Temenos, wird auch komplett im Barrique vergoren und ausgebaut. Im 2008 kam dann Jürg Hügin zu mir (Martin Sutter), den ich aus der Musikbranche kannte und erzählte mir vom Kauf des Weingutes La Rocca. Er müsse jetzt ein Top-Önologen haben, die Frage an mich, kennst du einen? Ja, es kommt von mir aus gesehen nur einer in Frage, das ist der Werner Stucky aus Rivera, den kenne ich seit 1990. Im 2008 brachte ich dann Werner Stucky und Jürg Hügin zusammen, Werner half anfangs nur als Berater bei Jürg, im 2016 tat man sich dann aber zur Cantine Stucky-Hügin zusammen. Dieser Schritt war auch die Folge dessen, dass aus gesundheitlichen Gründen, der Sohn von Werner „Simon Stucky“ nicht mehr im Weinberg arbeiten konnte.

1997Conte di Luna. Glas klar, dunkles Braun- bis Mahagonirot. Minimum mit 18°C trinken. Das Bouquet kräftig vom Holz und deren Röstaromen geprägt. Wirkt immer noch erstaunlich frisch und erinnert mich auch an Cola-Fröschli. (Wenn das noch jemand kennt, es war vor 55 Jahren ein Renner) Im Gaumen etwas weniger spektakulär, aber immer noch gut und sicher nicht als Wein im Alter von 19 Jahren zu erkennen. Er ist rund, weich, eher als leicht zu bezeichnen aber macht immer noch Spass, mag man diese speckigen Holzaromen. Die zu erkennenden Rotfruchtaromen, kommen erst im Nachhall richtig auf. Ein Wein, der ohne etwas oder wenn in Begleitung etwas feines, immer noch richtig Spass machen kann. Die halb angebrauchte Flasche war 12 Stunden danach, um einiges besser.
Am 26-11-2016 15,5/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Martin Sutter.
1996Conte di Luna. Mahagonirot. Fein, würzig, mit viel Barrique-Aromen zeigt er Tiefe und Reife. Im Gaumen schlank, aber immer noch ok, da mehr Zimt-Barrique-Aromen bevor Frucht und Säure ins Spiel kommen. Er hat den Zenit schon etwas überschritten, zeigt aber immer noch, was Stucky hier im Gegensatz zu andern Star-Winzern im Tessin geleistet hat.
Am 01-12-2014 14/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Martin Sutter.
Nochmals. Eher helles, klares Mahagonirot. Das Bouquet holzbetont, die Frucht kaum wahrnehmbar und nur sehr schwer einzuordnen. Im Gaumen fein-fett, etwas mehr Frucht, die Säure dominiert, wirkt aber auch stützend. Im Nachhall bleiben dann aber wiederum nur die Holzaromen. Der Wein kostete damals gegen CHF 30,-, das ist für dieses Erlebnis heute einfach zu viel. Ich mag mich noch genau erinnern, wie schwer die Zeit für Werner nach den vielen schwachen Jahrgängen 92, 93, 94, 95 und 96 war. Die Trauben vor allem beim 1994 Jahrgang, sahen von den Hobby-Winzern, die ihm ihre Trauben brachten, besser aus, als seine.
Am 19-09-2020 14/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Austrinken. Martin Sutter.
1992Conte di Luna. Der erste schlechte Jahrgang nach 3 guten und es wird nicht der Letzte sein. Dunkles Mahagonirot. Das Bouquet immer noch überraschend frisch, es duftet nach Holz, ist würzig und grün-fruchtig. Im Gaumen fühlt er sich nun gewichtiger an, als noch vor 10 Jahren, hat dafür vielleicht etwas an Scharm verloren. Es ist nun nicht der Sofa-Wein, aber zu einem Risotto und dabei über alte Zeiten zu sprechen sicher ein guter Anfang, um danach vielleicht noch einen 1989 Conte zu geniessen.
Am 29-10-2018 14,5/20 aus dem Veritas/Bordeaux/Riedel-Glas. Martin Sutter.
1991Conte di Luna. Bei einer kleinen Blinddegustation mit Ch. Haut Brion, Mouton-Rothschild und dem Montus Prestige.
Helles Bordeauxrot. Das Bouquet anfangs mit leicht medizinaler Note, wird es dann aber fruchtbetont und bringt die Holz-Aromen nur in zweiter Linie. Im Gaumen dasselbe, wirkt er offen, fruchtbetont und Holz, wie als feine Würzzugabe eingebracht. Noch nie habe ich diesen Wein so gut verkostet wie heute. Er ist anfangs besser, als all die anderen in dieser 1991er Runde und nur der Château Mouton Rothschild, wird nach einer Stunde etwas besser.
Am 01-05-2018 16,5/20 aus dem Sommelier/Chianti/Riedel-Glas. Martin Sutter.
1988Conte di Luna. Dunkles Mahagonirot. In der Nase kommt er tief, ist fein, hat fruchtig und Holz Noten. Im Gaumen erst kräftig aber grün und pfefferig mit Apfel Aromen. Er wirkt kurz, bricht mit seinen Aromen nach hinten ab und wirkt dann wässerig. An der grossen Bordeaux Blinddegustation, an der er mit 14,17/20 Punkten den 14. Platz von 14 Weinen belegte.
Am 18-10-2009 12,5/20 aus dem Fine/660/Schott-Glas. Martin Sutter.

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